Beginn des Endspurts

Der Endspurt hat begonnen. Davor waren jedoch einige Hürden zu nehmen, bei denen ich aber freundliche Hilfe erfahren habe. Bisher konnte ich immer nach Plan arbeiten und der Bau selbst war für mich immer gute nachvollziehbar, bei handwerklichen Fragen gab es im Boote-Forum immer den eine oder anderen guten Hinweis. Beim Besegeln allerdings rächte sich, bislang noch keine Ahnung vom Segeln zu haben. Das beginnt schon damit, dass die Namen und Funktionen der verschiedenen Teile nicht bekannt sind. Natürlich kann man sich vieles anlesen, aber es ist sehr, sehr mühsam. Hilfe, oder zumindest das Angebot, kam zunächst von der Firma Toplicht aus Hamburg. Zwar konnten sie nur bedingt helfen, weil sie verschiedene Beschläge nicht liefern konnten, aber die Bereitschaft möchte ich doch wenigstens lobend hervorheben. Andere Anbieter waren schon bei Rückfragen zu einzelnen Produkten erheblich mundfauler.

Durch Zufall, weil ich einen ePropulsion-Elektromotor kaufen wollte und auch bestellt habe, kam ich auf die Segelschule und Werft Jens Schlick in Lembruch am Dümmer. Er fragte, für was für ein Boot der Motor gedacht sei, sah sich mein Blog an und teilte mit, dass er einen Kunden mit einem sehr ähnlichen Boot habe, einem Cornish Shrimper von Englands Westküste. Und in der Tat, es gibt verblüffend viele Parallelen, auch wenn die Boote aus Cornwall größer sind. Jens erklärte sich bereit, mich zu beraten und die fehlenden Teile zusammenzustellen. Allerdings wollte er das Boot sehen und so ging es mit dem Gespann zum Dümmer, von hier aus etwa eine Stunde Fahrt durch wunderschöne Gegend. Mittlerweile kenne ich die Strecke auswendig.

Wir haben einige Stunde gesessen, das Boot begutachtet, Pläne studiert und viele, viele Kataloge gewälzt. Die Beschläge für den Baum und ganz besonders die Gaffel waren ein Problem, denn die waren in Deutschland so nicht aufzutreiben. Für den Baum fand sich eine andere Lösung, für die Gaffel muss ein Beschlag aus Halbzeugen gebaut werden. Auf diesem Weg noch einmal ein ganz herzlicher Dank an Jens Schlick, der sehr freundlich und geduldig mit mir war und ist.

Eine Schraube pro Stunde ...

Um das schöne Wetter nicht in der Werkstatt zu verbringen und zwischendurch mit dem Boot fahren zu können, habe ich mich entschieden, am Steg zu bauen. Das hat einige Nachteile: Man muss das Werkzeug schleppen, es geht eng zu auf dem Boot, es kippelt und alles dauert länger. Der entscheidende Zeitdieb ist der neue Verein: Es findet sich ständig jemand zum Plaudern und so gibt es einen gefühlten Schnitt von einer Schraube pro Stunde. Aber es macht viel Spaß, ich habe noch nie derart entspannt gebaut und den einen oder anderen guten Rat gibt es obendrein. Entgegen einer Warnung habe ich bislang nur einen Torx-Bit und einen halben Schäkel im Hafenbecken versenkt, aber kein wesentliches Werkzeug.

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